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Autor Nachricht
55555
(Fettnäpfchendetektor)

Viele dieser Personen sind offenbar tief davon überzeugt, daß Autisten minderwertiges Leben seien, entsprechend geringschätzend gehen sie halt auch mit den Nutzern in diesem Forum um, denke ich. Jetzt sind wir ja schon bei der Unterstellung von Böswilligkeit. Weiter weist die fortgesetzte Argumentation klar daraufhin, daß bisher die kritischen Anmerkungen gar nicht in ihrem Grund verstanden wurden. Und letztenendes weiß doch jeder etwas umsichtige Mensch, daß nicht nur Arzneien Schaden anrichten könnten.

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
18.07.10, 16:57:44
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Hans
(Autistenbereich)

Hätte das Kind einen Karate-Kurs gehabt,
hätte es sich nicht in seiner Verzweiflung mit dem Stuhl wehren müssen,
es hätte sich schon viel früher Frieden verschaffen können.
Ähnliches habe ich auch gemacht, das ist Notwehr und sollte von den Pädagogen erkannt werden.
Wenn man aber schaut, was man "drauf haben" muß, um Pädagoge zu werden,
wie für zwölf Jahre Militärdienst zu unterschreiben, dann bekommt man auch das Lehramt,
ist es leicht erklärlich, daß das Opfer auch noch bestraft wird.
Das sind die "Sippenstrafen", mit der beim Militär die ganze Gruppe bestraft wird, wenn der Einzelne Täter nicht zu ermitteln ist.
Beim Militär gibt es aber auch so was wie Kameradschaftsgeist,
daß das gemeinsam ausgesessen wird.
Im Zivilen Leben fördert es das mobbing ganz enorm.
Solche "kasernengeschädigten" Lehrer haben mir immer ganz besonders zu gesetzt und die Mitschüler auf mich gehetzt.

Da ist im dritten Reich von den Lehrern mehr gefördert worden, den schwächeren Mitschülern zu helfen,
als das jetzt passiert, wo ex-Zettler auf die Kinder losgelassen werden und Kasernen-Gebräuche einbringen
und alles nur beherrschen wollen, indem die Dressur stimmt.

18.07.10, 17:17:30
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Zitat von Hans:
Da ist im dritten Reich von den Lehrern mehr gefördert worden, den schwächeren Mitschülern zu helfen,

Na, ich weiß nicht ...

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
18.07.10, 17:20:41
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Hans
(Autistenbereich)

Damals waren oft mehrere Jahrgänge in einem Klassenraum,
die Älteren wurden angehalten den Schwächeren der unteren Stufe zu helfen.
Meine Mutter hat mir das so erzählt, da wurden auch Schüler,
die heute Sonderschüler wären, einfach mit durch gezogen.
Das war auch in der Nachkriegszeit noch so, meinte meine Mutter,
so "gleichschalterisch" wie bei mir erlebt, war das damals wirklich noch nicht.
Meiner Mutter haben die Lehrer empfohlen, mir auch Jeans an zu ziehen,
damit ich nicht so auffalle,
anstatt den anderen Kindern klar zu machen, daß auch Einer in Lederhosen gleich viel wert ist
und nicht gejagt und geschunden werden darf.
18.07.10, 17:31:49
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Dann lasse ich es mal als Erinnerung deiner Mutter stehen.

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
18.07.10, 17:49:48
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haggard
(Autistenbereich)

Zitat von Mamacita:
Wir reden vom KRANKHEITSWERT den eine psychische Veranlagung mit sich bringt, so z.B. gibt es auch Menschen, die aufgrund einer psychischen Neigung zu Selbstverletzung neigen. DA beginnt der KRANKHEITSWERT einer psychischen Veranlagung,

falsch.
zum einen ist "KRANKHEITSWERT" etwas subjektives. siehe kindliche krebspatienten.
zum anderen ist "KRANKHEITSWERT" personenabhängig. du solltest dein empfinden nicht auf das dir wahrscheinlich unbekannte empfinden deines kindes oder anderer autisten übertragen.
wenn bei menschen jung angesetzt wird, kann es natürlich so sein, dass sie lernen, das erstrebenswert für sich selbst zu finden, was andere für sie als erstrebenswert vorsehen. doch das ist nicht das gleiche, als wenn eine person von sich aus bereits über die mittel verfügt abwägen zu können, was für sie bei allem pro und contra erstrebenswert ist.
bei autismus sehen eltern nur den ist-zustand ihrer kinder und erhalten teilweise horrorbotschaften von sogenannten fachleuten darüber, dass bereits bei teilweise zweijährigen kindern bereits der spätere lebensweg vorgezeichnet wird hinsichtlich "ist geistig behindert, förderung, förderung, förderung, förderschule, werkstatt, heim".
daneben können sich mitteilsame autisten via internet die finger "zu stumpen schreiben" und nichts scheinbar von dem, was sie äußern, dringt zu eltern oder fachleuten durch. ist es zu einfach? zu unsensationell? zu kostenlos? sollten autisten ihre einfachen lösungen für problembeschreibungen künftig nur noch für ca. 10.000 euro pro person anbieten? wozu so etwas, wenn jeder mensch, der mal "inne halten" würde, selber zu solchen lösungen kommen könnte. ohne therapiebegriffe, ohne verhaltensmodulation, ohne systeme, die nur noch darauf abzielen, dass das gesamte leben eines autisten sogar innerhalb der familie, dem einzigen rückzugsort in der kindheit und jugend oftmals, zu einem immerwährenden theaterstück mutiert. persönlich finde ich es pervers von quasi elterntherapie zu schreiben und im gleichen satz zu erwähnen, dass dadurch die "förderung" im privaten umfeld am autistischen menschen stattfindet. was denn nun?

es hat nichts mit einem "krankheitswert" oder einer "krankheit" zu tun, wenn bei unterschiedlichen menschen zu unterschiedlichen zeitpunkten stress-/belastungslevel überschritten werden mit dem resultat von im schlimmsten fall - autoaggressionen.
dann kann der arzt mit einer valium ankommen - aber was ändert das an den umständen, die dazu führen, dass dieses level überschritten wird?
der eine mensch ist nach einem glas eines alkoholischen getränks betrunken, der andere "säuft" und "säuft" - und da passiert scheinbar nichts. ist dort der vielleicht "krank", der nichts verträgt? wahrscheinlich nicht, oder? aber warum sollen dann autisten "krank" sein, nur weil viele andere menschen scheinbar mehr vertragen können? das ist absurd.
die menschen fordern in gewisser weise von autisten, dass sie bloß ordentlich saufen müssten und irgendwann, wenn sie zu pegeltrinkern geworden sind, "geht es ihnen gut", sind sie "normal" und "alle" anderen freuen sich ob ihrer förderungen an autisten.
wenn autist angibt "aber ich vertrage das nicht, dafür könnte ich mit euch ja wasser trinken...", heißt es von anderen beständig "papperlapapp", "stell' dich nicht so an", "kann ja nicht immer nur sich alles nach dir richten", "wenn du nicht willst, gibt es die neue richtige förderung für dich - per sonde, oder ein bad in alkohol nehmen, damit du wenigstens so riechst wie wir, du sollst doch nicht so auffallen" - und wenn dann der autist sagt "aber fallt doch selbst auf" - wird das als frechheit gewertet den sorgenden und liebenden gegenüber. was für eine farce.

woher wissen denn andere, wie die lebensqualität von autisten ist, wenn sie nicht gefragt werden?
so oft wird einfach gemutmaßt und in wirklichkeit von sich selbst ausgegangen.
aber ich persönlich würde niemals auf die idee kommen, ein mensch sei krank und besäße keine lebensqualität, nur weil er oft eine diskothek besucht. oder nur, weil so viele menschen nur blabla schreiben und äußern und es für mich verwunderlich ist, wie sie sich damit ernsthaft verstehen können - ohne dass die einzelnen beteiligten nur glauben zu wissen zu verstehen.

mir ist nicht bewusst, dass hier etwas verzerrt wird - aber du kannst mehrfach nichts konkretes zu diese ominösen elterntherapie angeben. woran liegt das? folgt noch etwas konkretes?
finde ich immer wieder amüsant, dass autisten unterstellt wird, keine ToM zu besitzen...

was genau wird denn in der elterntherapie zum richtigen umgang mit autisten vermittelt?
das interessiert sicherlich viele leser.

um zu verindern, dass ein mensch nicht auf eine förderschule gehen muss, gehört nicht soooo viel.
man muss sich dann halt unbequemer weise mit den behörden auseinander setzen.
was hat das mit therapie zu tun?

es wäre besser, du würdest sachebene nicht mit personenebene vermischen und auch nicht aussagen von usern hinsichtlich "zu leicht machen" auf irgendwelche lebens- oder erkenntnisbereiche deines lebens zu übertragen, von denen die user gar nichts wissen können.
das ist einfach nur hinderlich in einer konstruktiven diskussion.


@Herr Meier:
ich würde es begrüßen, wenn nicht voreilige schlüsse öffentlich über motivationen von personen gezogen würden, wie es in anderen foren üblich sein mag.
man weiß nicht wirklich, wie lange wer vor einer registrierung im forum mitlas oder was jemand gelesen hat, der sich neu anmeldete.
wenn menschen von irgendwelchen therapien überzeugt sind oder sie nach hilfloser unkenntnis als "wundermittel" vermarktet erhalten haben, werden wahrscheinlich auch grundsätzlich verschiedene menschen ähnliches äußern können - ebenso wie diverse menschen der meinung sind, dass gewisse autisten wie gleichgeschaltet oder gehirngewaschen gleiches äußern würden. nur besteht dann wahrscheinich bereits eine persönliche abneigung. warum auch immer. und es wird scheinbar nicht mehr gesehen, dass viele andere autisten auch gleiches oder ähnliches äußern - vollkommen unabhängig voneinander. ja, sogar diejenigen, die als gruppe zusammengeschmissen werden von anderen.
viele ABA-vertreter beispielsweise besitzen interessanter weise ähnliche "argumentationstechniken" wie Mamacita, doch deswegen sind die hunderte menschen nicht eine person und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie mit einem missionerungsauftrag durch die foren ziehen (wobei das nicht abwegig ist...).

wenn es für neue schreiberlinge pflicht wäre, erst diverse beiträge gelesen zu haben, die jeweils nur den aktuellen schreibern präsenter sind - hätte ich persönlich keine lust mehr, mich überhaupt in einem forum zu wort melden (wegen was auch immer). manchmal schreibe ich zu einem thema und stelle fest: das gab es ja schon vier jahren schon einmal, aber ich bin erst seit zwei jahren dabei... habe also auch noch nicht alles gelesen bei der fülle an dingen, die zur kenntnis genommen werden können.

als zeitverschwendung müssen die kommentare auch nicht unbedingt betrachtet werden, wenn anhand derer für andere oder spätere leser irgendetwas ersichtlich werden könnte.


noch etwas zu Mamacita:
um beim "fördern" und deinem letzten satz des vorletzten beitrags zu bleiben:
meine sprache sollte damals auch "gefördert" werden bzw. ich sollte mich verbal/lautsprachlich mitteilen.
ganz persönlich bin ich tatsächlich der meinung, dass der zwang zum sprechen sollen, zum sprache so anwenden sollen, wie sie vorgegeben wird, meiner kreativität geschadet hat. lange zeit war ich überzeugt davon, dass ich nur schwarz-weiß zeichnete (später erkannt, dass das ein resultat von zu viel anpassung im sonstigen umfeld ist bzw. zu viel chaos). dabei hatte ich als kleinkind sehr viel mit farben gemalt. sehr kreativ. als die sprachanwendung autrat und fremdpersonen der meinung waren, ich müsste mich so oder so verhalten oder dieses oder jenes wäre besser bzw. mich "fördern" zu wollen, verschwanden die farben.
ich trauere.
um den verlust meiner farbvielfalt. wenn ich mich heute mit meinem wissen entscheiden könnte zur zeit meiner kindheit, würde ich nicht anfangen sprache lautsprachlich anzuwenden und im schriftlichen würde ich nicht versuchen mich so gut wie möglich an alle vorgaben zu halten. dann hätte ich heute vielleicht nicht solche probleme "einfach so" wieder bunt sein zu können. meine welt besteht aus farben. in meiner welt gibt es keine worte. dort ist alles nur farbe und formen und bewegung ohne grenzen. wie ein nimmerland. jedoch in der realität. kein traum, kein wunsch. es ist echt. warum soll ich das aufgeben? es ist noch vorhanden, leicht verdrängt von diesen starren, unflexiblen rahmensetzungen anderer. verlieren will ich es nicht.
es ist wundervoll mitten in der fußgängerzone eine regenpfütze zu erleben. warum soll ich darauf verzichten, nur weil andere meinen, dass ich mittlerweile erwachsen bin? ich bin ich. von anfang an.
und natürlich kann ich mich wie andere menschen im rahmen meiner normalität so wie jeder andere mensch in dessen normalität entwickeln. warum auch nicht? natürlich ist das einfacher, wenn die rahmenbedingungen für mich stimmen. doch welche diese sind, können andere nicht festlegen. nur ich. das gilt ebenso für alle menschen für ihre grundbedürfnisse, aus denen heraus sie "wachsen" und mehr leisten können (wenn sie gelassen werden).
18.07.10, 17:54:38
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Hans
(Autistenbereich)

Da waren damals mehrere verschieden Behinderte in dem Raum.
Dem "Spastiker" hat meine Mutter die schönen Zeichnungen gemacht,
damit er auch mal eine gute Note hat. Der hat gut an sich gearbeitet
ist im Berufsleben erfolgreich und sabbert auch gar nicht mehr.
Als er damals meine Mutter am Nachmittag besucht hat um mit ihr "geführt zu Malen",
hatte er ein Lätzchen um, damit es nicht ganz so schlimm ist.
Der Lehrer war damals eingeweiht und hat seine Zeichnung auch herumgezeigt,
wie schön er das doch gemacht hat.
Das hat dem Jungen einen enormen Auftrieb gegeben, vor der Klasse gelobt zu werden.
Vielleicht war das ja nur hier auf dem Land so.

Da waren fünfzig total verschiedene Kinder in einem Raum dabei auch noch drei bis fünf "Problemkinder"
und der Pädagoge mußte damit zurecht kommen.
Jetzt hat so ein Lehrer dreisig Schüler in einem ähnlichen "Stand"
und wehe Einer ist dabei, der nicht ganz genau so ist wie die Anderen,
auf den wird gepickt, der ist dann schuld, wenn der Pädagoge versagt.
Der muß dann geheilt werden ...
18.07.10, 18:15:27
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Zitat von azrael:
@Herr Meier:
ich würde es begrüßen, wenn nicht voreilige schlüsse öffentlich über motivationen von personen gezogen würden, wie es in anderen foren üblich sein mag.

Ich konnte nicht erkennen, daß es darum ging und verstand es eher als Hinweis auf wiederkehrende Verhaltensmuster.
Zitat:
man weiß nicht wirklich, wie lange wer vor einer registrierung im forum mitlas oder was jemand gelesen hat, der sich neu anmeldete.

Entscheidend wäre wohl auch eher wieviel jemand verstanden hat, also auch mit welcher Einstellung er im Forum las.

@Hans: Es widerstrebt mir die Bildungspolitik der Nazis als Modell für diskriminierungsfreieren Umgang mit gesellschaftlich auch anderweitig behinderten Minderheiten zu betrachten. Aber ich denke das müssen wir hier nicht diskutieren. Einig sind wir uns vielleicht darin, daß der Druck im Schulsystem in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat.

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
18.07.10, 18:28:52
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Hans
(Autistenbereich)

Aha, da haben wir jetzt das Mißverständnis:
Du meinst das System, den Plan dahinter und hast sicherlich Recht.
Ich meine ein Beispiel, wie trotz eines solchen Systems auf dem Dorf menschlicher Umgang möglich war.
Und ich meine eben, wenn es damals möglich war, wieso heute nicht mehr?
Ist die allgemeine "Gleichschaltung" schlimmer geworden, als damals?
18.07.10, 20:38:27
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Ich denke heute haben die Leute den Kopf gedanklich allgemein meist weniger frei und gehen deswegen auch weniger aufeinander ein. Nicht nur Autisten sind von der heutigen Zivilisation überfordert, sie reagieren nur gesünder.

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
18.07.10, 21:51:53
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drvaust
(Autistenbereich)

Ich sehe bei diesen Diskussionen oft das Problem, daß Autisten über Fakten sprechen und NA das persönlich verstehen, verletzt sind.
Wenn Autisten sagen, daß etwas nicht stimmt, meinen sie selten, daß der, der das gesagt hat, schlecht ist.

Den Ansatz, daß die Eltern lernen sollen, wie sie richtig mit den Kindern umgehen, finde ich gut.

Besonders bei Mamacita fällt mir auf, daß Symptome, die durch Belastung und Konflikte entstehen, als Autismus angesehen werden.
Z.B. Autismus selber führt nicht zu verletzendem Verhalten. Aber die Probleme können zu psychischen Schäden führen, die sich u.a. in verletzendem Verhalten äußern können. Wenn dann das verletzende Verhalten nach einer Therapie nachläßt, ist nicht der Autismus geheilt, sondern der psychische Schaden.
Auch wird oft Autismus als unnormales Verhalten angesehen, also Symptome statt Ursache. Wenn der Autist dann mühsam jedes ungewöhnliche Verhalten vermeidet, gilt er als geheilt.
Meines Wissens haben Autisten keine besonderen Probleme, das Sprechen ansich zu lernen. Aber Autisten haben oft Probleme mit der Kommunikation, besonders auffällig bei der sprachlichen Kommunikation. Ich habe schon mehrmals gelesen, daß autistische Kinder lange kaum sprachen, aber wenn sie sprachen, deutlich besser sprachen als Gleichaltrige.
Ich hatte als Kind wenig gesprochen, mit Fremden fast nicht, weil ich nichts mitteilen wollte, ich hatte keinen Grund zu sprechen. Aber wenn ich sprach, sprach ich besser als Gleichaltrige (nur etwas ungeübt).
19.07.10, 02:14:13
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Quadriga
(Irrgeleitetes Subjekt)

geändert von: Quadriga - 19.07.10, 03:14:26

Zitat:
Bei dieser Therapie gibt es KEINE Medikamente, kein Verbiegen, sondern Ermittlung des Leidensdrucks und Ursachenforschung.

Das finde ich sehr gut. Die zweite Hälfte deines Beitrages klingt an sich vernünftiger als vorhergehendes, wenn auch noch nicht so sachlich. Der erste Teil ist jedoch ganz im Stil deiner vorhergehenden Beiträge.

Ich denke du hast noch nicht Begriffen, dass Autismus keine Krankheit ist, sondern du verwechselt es mit den Folgesymptomen, denke ich, die eben durch falsche Behandlungen, Entwicklungsbehinderungen, Therapien, etc verursacht werden. Somit kann man jene Folgen ebenso mit den Folgen der (falschen) Behandlung/Zwangsbehandlung von Homosexualität und auch der Linkshändigkeit sehr gut vergleichen, da es dazu auch gewisse Parallelen gibt, zB das Stottern bzw sprachliche Probleme.

Siehe hierzu folgende Zitate:
Zitat:
Die meisten Studien waren älteren Datums und wiesen erhebliche methodologische Schwächen auf, berichten die US-Psychologen. Eine Wirkung lasse sich aus den Ergebnissen nicht ablesen. Es bestehe sogar die Gefahr, dass gläubige Homosexuelle durch die Therapie in eine schwere psychologische Krise mit Depressionen bis hin zur Suizidalität geraten.

(Quelle)

Zitat:
Eine Umschulung auf die nicht dominante Hand ist ein massiver Eingriff ins Gehirn, und kann weitreichende Folgen nach sich ziehen.
# Konzentrationsschwierigkeiten
# Sprachstörungen bis zum Stottern
# Orientierungsschwierigkeiten (z.B. links-rechts- Verwechslungen)
# Mangel an Kreativität
# Identitätsverlust
# Unsicherheit
# Zurückgezogenheit
# erhöhter Leistungseinsatz
# Lernprobleme, legasthenische Probleme
# emotionale Probleme (z.B. Depressions-, Angstsymptome)
# psychosomatische Beschwerden

(Quelle)

Ebenso ist diese Seite noch sehr informativ bzgl der Linkshändigkeit.

Es ist hierbei wie beim Autismus, dass durch diverse Maßnahmen, die das Ziel haben die natürliche und nicht krankhafte Veranlagung zu "heilen" bzw zu unterdrücken - egal mit welchen Mitteln, sich eine Störung/Krankheit entwickelt, welche jedoch nichts mit der Veranlagung an sich zu tun hat, sondern mit der falschen Behandlung/Zwangsbehandlung. Jedoch werden beim Autismus häufig die dadurch entstehenden Symptome als die Symptome des Autismus angesehen, obwohl es diese nicht sind, da eine Veranlagung eben keine Krankheit ist, und daher auch keine Symptome aufweisen kann.

Ich denke, es wäre sinnig, wenn du hier mal die genauen Vorgehensweisen der Therapie/Einrichtung schilderst, damit man sich ein Bild davon machen kann. Wenn z.B. alles auf absoluter Freiwilligkeit des Kindes geschieht, und dieses auch die Macht/das Recht dazu hat, das abzubrechen, bzw es abgebrochen wird, wenn das Kind darunter offensichtlich leidet, dann finde ich das soweit oke.
Ich finde es ebenso gut, dass Maurice nicht auf eine Förderschule gehen musste.

Ich stelle mich aufgund deines letzten Beitrags Hälfte erstmal zwischen die "Fronten". Wenn du hier mehr und konkretere (und auch sachlichere) Informationen dazu ablieferst, wird es wohl allgemein leichter hier sein, sich ein korrektes Bild davon machen zu können. Andernfalls kann man kaum oder nur sehr schwierig darüber urteilen, ob es denn eine sinnvolle und entsprechend humane Hilfe ist, oder ob es eher dem ABA-Modell gleicht.

Edit:
Zitat:
Ihr wisst leider zuwenig über die Hintergründe

Dann schildere sie uns doch mal, bitte. Bzw, mach mal ganz klare Angaben, also lass mal Maurice aus dem Spiel, sondern berichte über die Therapie/Einrichtung, die Handlungsstrategien, die Methoden, über das konkrete Konzept, über andere Fälle, über eine evtl Internetpräsenz, evtl auch Kontaktdaten, falls sich das jemand hier vor Ort ansehen möchte, etc.

I'm only a unidentifiable broken piece of myself.

-

[Aufgrund eines Kniggeverfahrens zu dauerhafter Sperrung nach Nutzerabstimmung verurteilt, gesperrt, auf Bewährung nach Nutzerentscheid wieder freigeschaltet und nach einem weiterem Regelverstoß nach Verständigung in einem Kniggeverfahren dauerhaft gesperrt, mfg [55555]]
19.07.10, 02:52:57
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