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Erst seit wenigen Jahren ergründen Neurowissenschaftler, Ökonomen und Psychologen gemeinsam, was in den Köpfen vor sich geht, wenn Menschen Geld bekommen, anlegen oder ausgeben. Schon jetzt zeichnet sich ab: Der Homo oeconomicus muss wohl endgültig zu Grabe getragen werden. Dieses Ideal der klassischen Wirtschaftswissenschaften ist ein Muster an Logik und entscheidet je nach Marktsituation ganz rational, was zu tun ist, um das Optimum für sich herauszuholen.
Soweit die Theorie. Doch die Forschungsergebnisse von Neurofinanzwissenschaftlern belegen immer deutlicher: Sobald der schnöde Mammon ins Spiel kommt, ist es mit der Vernunft nicht mehr weit her. Statt den fürs rationale Denken zuständigen Hirnregionen übernehmen Areale das Ruder, die für rudimentäre Dinge wie Triebbefriedigung und Emotionen verantwortlich sind.
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Weil es für uns Menschen lange Zeit gar nicht notwendig war, solche Risiken wie die an den Finanzmärkten einzuschätzen, meint Bossaerts. "Dort müssen wir mit einer Art Risiko umgehen, das unser Gehirn vielleicht einfach nicht verstehen kann."